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Bern – kulturelles Glanzlicht mit Aussicht

Bern liegt phantastisch: Eine Stadt am Wasser, für ihren mittelalterlichen Stadtkern in den Status des UNESCO-Weltkulturerbe erhoben – ein europaweit einzigartiges städtebauliches Schmuckstück, landschaftlich pittoresk eingefasst vom Berner Oberland. In meinem Stadt-Portrait findest Du vielfältige Kulturtipps, denn Bern ist ein kulturelles Glanzlicht. Wer die Reize dieser Stadt auskosten möchte, bezieht zusätzlich das idyllische ländliche Umfeld ein. Bern ist eine Entdeckung. Nachhaltig reisen? Hier gelingt es perfekt.

Bern, auf der Aare-Halbinsel gelegen
Traumhaft gelegen: Bern auf der Aare-Halbinsel © Bern Welcome

Was Dich hier erwartet


Wie Bern tickt: Eine Stadt wie eine alte Uhr

Nach einer Metapher für die Stadt Bern befragt, sagte der britisch-schweizerische Schriftsteller, Journalist und Philosoph Alain De Botton (*1969) vor einigen Jahren im Gespräch mit Reto Sorg, Literaturwissenschaftler und Leiter des Robert Walser-Zentrums in Bern: „Man könnte die Stadt mit einer alten Uhr vergleichen: So eng sind die Straßen ineinander verzahnt, und der Menschen und des Wassers wegen hat man immer ein Gefühl der Bewegung.“


De Botton weiß wovon er spricht, er hat ein Buch über „Glück und Architektur“ geschrieben. Hellsichtig geht er der Frage nach, warum ein Haus uns glücklich machen kann. Mit beeindruckender Leichtigkeit stellt er Beziehungen zwischen uns und unseren Wohn- und Arbeitsorten her. Alain De Botton skizziert die Stadt Bern mit den Stichworten alte Uhr, enge Straßen, Menschen, Wasser, Bewegung. Mir geben sie einen perfekten Einstieg, Bern als Reiseziel vorzustellen. Fangen wir mit dem Zeitmesser an.


Von der Zytglogge und anderen Uhren

Bern hat eine Hauptuhr, ach was ein Hauptuhrenzentrum. Es befindet sich im Zytgloggen-Turm (Zytglogge = Zeitglocke) und besteht aus gleich zwei Uhren: einer riesigen Turmuhr sowie einer astronomischen Uhr, die Tag, Monat, Tierkreiszeichen und Mondphasen angibt. Der markante Zytgloggen-Turm ist das Herzstück des mittelalterlichen Stadtkerns. Nach der Stadtgründung 1191 war er lange das westliche Eingangstor Berns. Es dauerte – der Wehrturm wurde ein Gefängnis, dann eine Feuerwacht –, bis er zu seiner wahren Funktion fand. Und mit Beginn des 15. Jahrhunderts zu einem Uhrenturm wurde: Fortan hatten sich alle nach seiner Turmuhr zu richten.


Einladung hinauf zum Wahrzeichen Berns

So hatte der Zytgloggen-Turm schnell das Zeug, zu einem Berner Wahrzeichen zu werden. Aufmerksamkeit erregt er bis heute. Hauptverantwortlich dafür zeichnet der dritte Part an der Turmfront, das spätmittelalterliche Glockenspiel. Verbunden mit einem Riesenspektakel kommt es jeweils vier Minuten vor jeder vollen Stunde in Schwung. Zuverlässig richten sich synchron die Augenpaare aus einer Schar von Schaulustigen von unten nach oben. Dort geht es zu wie bei einer Theatervorstellung: Chronos, der Gott der Zeit, beherrscht die Bühne, dreht die Sanduhr und gibt Regieanweisungen an das Schauspielerensemble. Es besteht aus Hahn, Narr und sieben Bären. Diese muntere Truppe weiß, was zu tun ist, wenn der Zeitmächtige das Zepter zum Kommando des Stundenschlags erhebt – flugs trollt sich jedes Mitglied in seine Rolle, ganz im Dienste der Pünktlichkeit.

Gibt den Takt der Stadt vor: die riesige Turmuhr © Bern Welcome

Stündlich zum Einsatz bereit: Das Figurenensemble am Zytglogge-Turm © Bern Welcome

Alles ist mit allem abgestimmt, erst recht oben im Turm. Hier kommt jede:r hin, der an einer Führung teilnehmen möchte, um dann über die bis ins Detail ausgetüftelte mittelalterliche Handwerkskunst ins Staunen zu geraten. Alles dreht sich, alles bewegt sich. Beeindruckend, wie Räder, Draht- und Seilzüge und Hebel ineinandergreifen und bewerkstelligen, dass das Uhrwerk – Tag für Tag seit etlichen Jahrhunderten – zuverlässig läuft. Seit einigen Jahrzehnten trägt Markus Marti Sorge dafür. Täglich steigt der Zeitglockenrichter über 100 Stufen den Turm hinauf zum Herzstück des Uhrbetriebs. Abend für Abend zieht er an fünf, insgesamt 400 Kilogramm schweren Steingewichten, um sie zurück nach oben zu bewegen – denn sonst hören die Bären auf, munter weiter zu tanzen. Und das wäre jammerschade.

Robustes Mauerwerk trifft präzises Uhrwerk © fega

Der Zytglogge-Turm ist ein idealer Ausgangspunkt für die erste Bern-Erkundung: Östlich von ihm kannst Du Dich in den mittelalterlichen Gassen der Altstadt verlieren. Westlich der Zeitglocke geht es weltlicher zu: Hier sind Regierung und Banken sowie Einkaufsstraßen angesiedelt.

In den Gassen des Mittelalters: Ein Bummel durch das Weltkulturerbe

Ich lasse mich weiter von Alain de Botton leiten: Seinen zweiten Bern-Punkt vergibt er an die engen Straßen, pardon Gassen. Die Gassen der Innenstadt, zentral etwa die Gerechtigkeits- und Kreuzgasse, treffen rechtwinklig aufeinander. Gemeinsam mit einigen wenigen anderen bilden sie das Grundgerüst des Stadtkerns. Dieses Ortsbild legt ein großartiges Zeugnis ab, als Meisterstück des mittelalterlichen Städtebaus in Europa.


Hervorgebracht haben es die Zähringer, die fortschrittlich dachten, innovativ und traditionell zugleich. Dazu Alain De Botton: „Die mittelalterlichen Planer hatten ein instinktives Gefühl für gute Räume, das die modernen Planer erst jetzt zu begreifen beginnen.“ Mit seiner Meinung zur frühen Baukunst wagt de Botton sich weit vor. Sie gipfelt in der Feststellung, Bern könne „stolz darauf sein, keine aggressiv modernen Gebäude zu haben“. Ein Glück ist es jedenfalls, dass das alte Bern – von seinen begnadeten Bauherren mit großer Weitsicht geschaffen und 1983 mit dem Status als UNESCO-Weltkulturerbe gekrönt – weiträumig bis heute überlebt hat. Wer tiefer in die alte und neue Baukunst einsteigen möchte, ein profunder Architekturführer zu Bern ist jüngst erschienen.

Bern, Blick von der Münsterplattform
Blick von der Münsterplattform auf den Stiftsgarten © fega
Die komplett erhaltene historische Berner Altstadt gehört zum UNESCO-Welterbe. Ihre Sehenswürdigkeiten sind fußläufig bestens erreichbar. Auf dem rund 1.200 Meter langen Weg von der barocken Heiliggeistkirche nahe dem Berner Bahnhof bis zur Nydeggbrücke auf der anderen Altstadt-Seite kommt dem Puls der Stadt nah, wer auf dieser Hauptschlagader die Marktgasse, Kramgasse und Gerechtigkeitsgasse in voller Länge durchschreitet.

Wasserstadt Bern

Prägend für Bern: die Aare

Weiter geht es im De Bottonschen Stadtkonzept mit dem nächsten Bern-Stichwort: Wasser. Wasser prägt das Wesen Berns tiefgreifend, mit der Aare als Hauptprotagonistin. Wenn sich die mittelalterliche Altstadt majestätisch rund 40 Meter über der Aare erhebt, hat das einen ungewöhnlichen Reiz. Und was macht der Fluss? Er scheint den alten Stadtkern Berns in großer Verbundenheit liebevoll in einer großzügigen Schleifenbewegung umschlungen zu halten. Diese Geste ist wunderschön aus der Höhe, etwa von der Münsterplattform, anzusehen. Ein malerisches Bild, auf das ich immer wieder gern blicke.


Überhaupt ist Bern eine Stadt lohnender Ausblicke, so sehr, dass es dafür einen Rang bei meinen Berner Besonderheiten gibt. Und die Aare? Die mischt kräftig mit, wenn es um die Frage geht: Wo ist das schönste Panorama in der Stadt, diesem kulturellen Glanzlicht mit Aussichten, eine schöner als die andere?


Stimmungsvolle Dialoge zwischen Fluss und Altstadt

Von dieser Stadt geht eine unerschütterliche zeitlose Ruhe aus. Der Fluss und der mittelalterliche Stadtkern scheinen unentwegt Dialoge zu führen. Und in stillen wie belebteren Winkeln atmosphärische Momente zu erzeugen, die mich immer wieder für diese Stadt einnehmen. Etwa rund um die Untertorbrücke, der ältesten Brücke der Stadt. Oder im Restaurant „Schwellenmätteli“ direkt über der Aareschwelle. Hier können Einkehrende zwischen drei Blicken wählen: dem auf das Altstadtpanorama mit Münster und Bundeshaus, auf den Wald oder auf den Fluss.

Blick auf die Berner Altstadt
Blick auf die Berner Altstadt, vom Ufer am Bärengraben aus; rechts: die Nydeggbrücke © fega

Die Aare lädt zu Meditation und Bewegung ein

Es hat etwas Besonderes auf sich mit diesem Aare-Fluss. Etwas Beglückendes. Ich fühle mich mit jedem Schritt auf meinem Aare-Spaziergang der Seele der Stadt näher. Hier nimmt, wer kann, eine winzigkleine oder eine längere Auszeit, ob zum Lesen, zum Picknick mit Freunden oder einfach zum die Beine ins Wasser baumeln lassen. Ich habe dafür leider gerade keine Zeit, sondern merke – das ist weniger meditativ: Die Aare versetzt mich in Bewegung. Gedanklich bin ich bereits auf dem Fahrrad; natürlich lockt mich der Aare-Radweg! Tolle Vorstellung, nahe dem Ufer den Flussverlauf entlang zu gleiten, 292 Kilometer lang ... Besser mit dem E-Bike, ... wahrscheinlich.


Die Berner:innen selbst pflegen eine innige Beziehung zu ihrem – auch leider schon vom Hochwasser geplagten – Fluss. Sei es im Lorrainebad (mit echtem Aarewasser), als geübte:r (!) Aare-Schwimmer:in (Achtung: Kult-Charakter, für Profis), beim Fluss-Picknick oder beim Joggen oder Spazieren gehen. Die Aare – übrigens von der Quelle bis zur Mündung eine echte Schweizerin – ist der längste Fluss des Landes. Sie durchzieht die Schweiz vom Berner Oberland aus, strömt durch das gleichnamige Tal, nimmt Kurs auf Bern und verläuft weiter nach Solothurn und Basel. Hier mündet sie in den Rhein.


Nebenbei: Nicht nur Bern, die ganze Schweiz ist ein Land des Wassers. Hier entspringen Rhein, Rhône und Inn. Apropos Rhein: Beinahe hätte der Rhein Aare geheißen, doch das ist eine andere Geschichte …

Bereits die Zähringer haben markante Wasser-Zeichen hinterlassen, setzten sie doch schon im Mittelalter auf eine fortschrittliche Infrastruktur für die Brauchwasser-, Abwasser- und Trinkwasserversorgung in Bern.

Bern: Kleine Stadt – Große Kultur

Ein Fest für die Sinne, das ist Bern. Eine Stadt wie geschaffen für Kulturenthusiasten. Ein so reges Kulturleben in einer so kleinen Stadt mit gerade einmal 135.000 Einwohner:innen – das sucht seinesgleichen. Highlightkultur mischt sich mit Nischengenres, Lokalkolorit behauptet sich neben Events der internationalen Musik-, Theater- und Kunst-Szene. Dazwischen finden sich überall Preziosen. Höchster gemeinsamer Nenner ist das ausgeprägte Qualitätsbewusstsein. Bern pflegt sein Image als Kunst- und Kulturstadt und damit – auch – seine lange Tradition von Kulturförderung und Mäzenatentum.


Musik-, Theater- und Kunstszene par excellence

Täglich wetteifern zahlreiche Kulturveranstaltungen von klassisch bis alternativ um die Gunst des Publikums. Die Qual der Wahl gehört zur Tagesordnung – ein Luxusproblem. Allein das Spektrum musikalischer Ereignisse, ob Klassik, Rock, Jazz, Hip Hop, Elektro oder die Darbietung ungewöhnlicher Musikstile. Alles dabei, auch Kultstatus, wie das zehnwöchige Internationale Jazzfestival Bern mit rund 200 Konzerten. Da rockt die ganze Aare-Stadt.


Seit 2021 weht ein frischer Wind durch das Berner Stadttheater. Unter dem Namen „Bühnen Bern“ firmieren die Sparten Berner Symphonieorchester, Ballett, Oper und Schauspiel. Klassisches Schauspiel gibt es auf der großen Bühne, etwa „Die schwarze Spinne“ vom Schweizer Nationalschriftsteller Jeremias Gotthelf. Übrigens: 1949 nimmt die Kleintheaterbewegung ihren Ausgang von Bern aus, mit Sepp Diethelms „Theater der Untern Stadt“.


Auf in die Kunst-, Kultur- und Museumsstadt Bern

Neben der Bühnenwelt rundet die vielfältige Museumslandschaft das breite Berner Kulturangebot ab. Die Museumsszene belebt die kleine Bundesstadt nachhaltig. Berns Image als Kunststadt hat durch die Schenkung der Gurlitt-Sammlung an das Kunstmuseum Bern national, überregional und international weiter an Renommee gewonnen. Für Kunst- und Kulturbegeisterte ist die Stadt schlicht ein Paradies – und damit ein Eldorado für azurgold-Themen (am Ende dieses Beitrags findest Du eine Übersicht meiner Bern-Artikel).

Kunstmuseum Bern, Blick auf den Haupteingang
Das Kunstmuseum Bern ist das älteste Kunstmuseum der Schweiz © Kunstmuseum Bern

Das Kunstmuseum Bern

Das Kunstmuseum Bern ist das erste und zugleich älteste Kunstmuseum in der Schweiz. Insbesondere mit seinen Exponaten der Klassischen Moderne hat es internationales Ansehen erworben. Museumsbesucher:innen können hier kunsthistorische Entwicklungen vom Impressionismus des späten 19. Jahrhunderts bis hin zu moderner Kunst anhand ausgesuchter Meisterwerke besonders gut nachvollziehen.


Zum Solitär nicht nur in der Berner Museumslandschaft wurde das Kunstmuseum Bern 2013, als es ein schwieriges Erbe annahm: Cornelius Gurlitt (1932-2014), Sohn von Hildebrand Gurlitt (1895-1956), der in der NS-Zeit umstrittene Kunstgeschäfte machte, hatte dem Berner Museum in seinem Testament überraschend rund 1.600 Kunstwerke vermacht.

Wie durch einen Paukenschlag waren „plötzlich die Augen der Weltöffentlichkeit auf das Kunstmuseum Bern gerichtet", erinnert sich Dr. Nina Zimmer, Direktorin des Kunstmuseums Bern.

Was das heißt, was sich dahinter verbirgt und wie das Kunstmuseum Bern mit der Verantwortung im Umgang mit Kunstwerken und Fragen zu ihrer Provenienz umgeht – und zu einer neuen Museumsidentität fand – erfährst Du in meinem Beitrag „Das Kunstmuseum Bern, Gurlitts Erbe und die Provenienzforschung“.

Ausstellungsraum im Kunstmuseum Bern
Schauplatz Kunstmuseum Bern: Unterkunft für mehr als 4.000 Gemälde und Skulpturen aus acht Jahrhunderten © Kunstmuseum Bern

Gigantischer Fundus mit Werken vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart

Das Kunstmuseum Bern präsentiert neben zwei bis drei temporären Ausstellungen stets auch Querschnitte aus seiner Sammlung – sie ist mit über 4.000 Gemälden und Skulpturen sowie 45.000 weiteren Objekte opulent. Auf eine Kunstpartie quer durch die Jahrhunderte geht es mit der Schau Vom Spätmittelalter bis zu Ferdinand Hodler, von Vincent van Gogh bis Meret Oppenheim (noch bis 31.12.2023). Hier erfreuen zentrale avantgardistische Strömungen der Moderne Freunde kubistischer, expressionistischer, surrealistischer und abstrakter Kunst im ehrwürdigen historischen Stettlerbau.


Die große Linie der internationalen Kunstgeschichte markieren Henri Matisse und Claude Monet mit ihren Gemälden; Vincent van Gogh lässt sich von seinem „Sämann“ (1888) vertreten. Zeugnisse ihres regen Kunstschaffens in der Schweiz legen Arnold Böcklin, Ferdinand Hodler oder Albert Anker mit ihren Werken ab. Sie stehen für das 19. Jahrhundert, während Cuno Amiet und Giovanni Giacometti die Schweizer Moderne des 20. Jahrhunderts repräsentieren. Und das Spätmittelalter darf nicht fehlen: Eine kleine feine Auswahl des künstlerischen Schaffens vom Berner Reformator und Staatsmann Niklaus Manuel führt es uns ins Bewußtsein.


Berlin hat die Museumsinsel, Bern das Museumsquartier

Ihre geografische Nähe auf der anderen Aare-Seite im Süden der Stadt nutzen elf Kultur- und Bildungsinstitutionen, die sich 2021 in der Initiative „Museumsquartier Bern“ zusammengeschlossen haben. Alle Einrichtungen, darunter sieben Museen, haben ein gemeinsames Ziel vor Augen: Sie wollen ihre Synergien nutzen und aus den vielen Anknüpfungspunkten, die sich aus ihren Programmen und Angeboten ergeben, gemeinsame inhaltliche Formate schaffen und damit sowohl zur kultuellen Vielfalt beitragen als sich selbst sichtbarer machen.


Die Kunsthalle Bern, das Bernische Historische Museum und das Alpine Museum sind drei Museums-Partner innerhalb des Verbunds. Zwar kein Kunstmuseum, doch eindeutiger Kandidat für meine 10 Wege zur Kultur-Liste der „Berner Besonderheiten“: das Alpine Museum.


Die Kunsthalle Bern

Die Kunsthalle Bern kann als Ausstellungsort für zeitgenössische Kunst ein Privileg für sich verbuchen: Sie ist das erste Gebäude, das Christo und seine Frau Jeanne-Claude verhüllt haben. Eine Verpackung mit Plastikfolie rund um ein öffentliches Gebäude? Das erregte um 50jährigen Bestehen der Kunsthalle 1968 immenses Aufsehen und weitete sich zu einem Kunstskandal aus.


Mit Einzelausstellungen bedeutender Künstler wie Paul Klee, Alberto Giacometti, John Moore, Jasper Johns, Meret Oppenheim oder Bruce Nauman schrieb die Kunsthalle Bern kontinuierlich mit an der Kunstgeschichte. So erlangte sie Weltruhm und etablierte sich als dynamischer Museumsort. Und ist bis heute ein Ort geblieben, der mit jeder Ausstellung neue Herausforderungen annimmt.


Das Bernische Historische Museum

Auch das Bernische Historische Museum gehört zu den bedeutendsten Museen der Schweiz. 1889 gegründet, zählt seine Sammlung mit den Schwerpunkten Geschichte, Archäologie, Ethnografie und Numismatik etwa eine halbe Million Objekte. Aus diesem Fundus schöpfen die Ausstellungsmacher, um unterschiedliche Perspektiven auf die Vergangenheit und Gegenwart der Welt wie der Berner Welt werfen zu können.


Was alles einen Bezug zu Bern hat! Ovomaltine zum Beispiel und, Wiedersehensfreude, wenn auch nur auf dem Papier: die verführerische Ragusa-Schokolade. Hier winken schöne Gelegenheiten, Bern näher kennen zu lernen, eine Begegung mit Lenin inklusive. Doch halt, ich habe mich heute mit Albert Einstein verabredet ...


Noch ein Hinweis für die Architekturfreund:innen: Sie erwartet am Historischen Museum der spannungsgeladene Dialog von alter und neuer Architektur, hervorgerufen durch den Erweiterungsbau eines modernen Kubus (2006-2009). An der Nordseite spiegelt seine Vollglasfassade den gegenüberliegenden schlossartigen Altbau. Das Haupthaus wurde im historistischen Baustil zwischen 1892 und 1894 nach den Plänen von André Lambert errichtet, der auf Bauformen des 15. und 16. Jahrhunderts zurückgriff.

Eingang zum Bernischen Historischen Museum
Historismus pur: Die Eingangsfassade des Bernischen Historischen Museums © fega
Bern, Historisches Museum, Neubau
Alt trifft Neu: das Historische Museum im Spiegel seines Neubaus © Bern Welcome

Ein Ort für Albert: Einstein-Museum

Heute geht es zum Museum im Museum, dem Einstein-Museum. Es ist dem wohl bekanntesten Wissenschaftler schlechthin gewidmet: Albert Einstein (1879-1955). Als technischer Experte dritter Klasse arbeitete er ab 1902 beim Schweizer Patentamt in Bern, kontrollierte und verantwortete vor allem die Entscheidungen anderer. Das lastete den Nobelpreisträger in spé nicht aus, er konnte sich weiter auf die theoretische Physik konzentrieren. Und schuf die Grundlagen für seine Relativitätstheorie. In ihr bewies Einstein, dass Raum und Zeit miteinander zusammenhängen. Mit seiner Formel E = mc², also Energie (E) ist gleich der Masse (m) mal Lichtgeschwindigkeit hoch zwei (²), revolutionierte er die Welt.


Die Stadt Bern würdigt Albert Einstein gebührend, hält viele Verbindungen zu ihm aufrecht. Am ausführlichsten hier, vor Ort im Bernischen Historischen Museum mit dem Einstein-Museum.

Bern, Historisches Museum, Albert Einstein lädt ein
Bernisches Historisches Museum: Strotzt vor Wissen und lädt fröhlich in „sein“ Museum ein: Albert Einstein © fega
Bern, Historisches Museum, Video-Begegnung mit Albert Einstein
Als würde er nach dem Rechten schauen: Begegnung mit Albert Einstein im Treppenhaus © fega

Originalobjekte und Reproduktionen, 70 Filme und zahlreiche Animationen gewähren Einblicke in die Biografie und das Schaffen des herausragenden Physikers und Nobelpreisträgers Albert Einstein und illustrieren zugleich den Kontext der Weltgeschichte seiner Zeit.

Das Zentrum Paul Klee – Kunst und Architektur im Duett

Mit Architektur geht es weiter. Außen Renzo Piano, innen Paul Klee: Gleich zwei große Namen der Architektur und der Kunst vereinen sich unter dem wellenförmigen Dach des Zentrum Paul Klee (ZPK). Der kühne Bau, vom italienischen Stararchitekten Renzo Piano wirkungsvoll – direkt neben der Autobahn – in Szene gesetzt, ist dem Leben und Schaffen von Paul Klee gewidmet. Hier befindet sich die weltweit bedeutendste Paul Klee-Sammlung. In drei Wellen aus Glas und Stahl ist das ungewöhnliche Gebäude harmonisch in die Landschaft eingefügt und bildet einen reizvollen Kontrapunkt, auch zu den Ackerflächen der Umgebung.

Bern, Zentrum Paul Klee von Renzo Piano
Mit architektonischem Schwung: Das Zentrum Paul Klee von Renzo Piano © Bern Welcome

„Ich und die Farbe sind eins“, bekannte Paul Klee (1879-1940) einmal. Der aus dem Kanton Bern stammende Künstler schuf mehr als 10.000 Kunstwerke, mit seinen farbintensiven und ausdrucksvollen Gemälden machte er weltweit Furore. Die Museumspädagogik vor Ort steht für ein über die Grenzen der Stadt hinaus angesehenes Kulturzentrum. Sie kann aus dem Vollen der vielen Talente des Malers schöpfen, der auch als Lehrer, Musiker, Schriftsteller und Philosoph agierte. Die Postanschrift des ZPK lautet übrigens „Monument im Fruchtland 3" – auch dahinter versteckt sich der große Meister, mit dem Titel eines seiner Aquarelle.

Bern ist wie geschaffen für kleine Fluchten mit einem einzigartigen Mix aus Kunst, Kultur und Landschaft.

Kultur trifft Natur – Nachhaltig unterwegs im Berner Stadtraum und Landraum

Raus ins Grüne, auf einen Ausflug im Berner Umland! Die kulturelle Dichte in Bern lässt sich phantastisch mit Ausflugsmöglichkeiten verbinden, zu denen die hügelige und bergige Umgebung lockt. Ein längerer Aufenthalt lohnt sich auf alle Fälle. Von der Bundeshauptstadt fahren Züge im Halbstundentakt in jede andere Stadt der Schweiz; sie erreichen Zürich, Basel oder Luzern innerhalb einer Stunde. Das Besondere: Die Bahnen des hervorragend ausgebauten öffentlichen Schweizer Verkehrsnetzes beziehen den Halt an abgelegenen Stationen konsequent mit ein. Kein Stau, keine Parkplatzsuche und doch mitten hinein ins Geschehen.


Die Stadt erfassen und zwischendurch hinter sich lassen, ins ländliche Idyll abtauchen – das gehört zu Bern und macht einen Aufenthalt in der Hauptstadtregion aus. Aus allen Richtungen und Winkeln strömen Anregungen. Fürs Erste habe ich eine Auswahl getroffen und zwei perfekte Tage zusammengestellt.

Die Kunst der Kombination von reizvollen Erlebnissen in der Kultur und in der Natur, die das Reisen so bereichern kann: Hier lässt sie sich nach Herzenslust ausleben!

Kulturvolle Berner Tage – Tag 1

Übersicht Vormittags: Besuch der Ausstellung „Gurlitt. Eine Bilanz“, Kunstmuseum Bern,

Zwischenstation Botanischer Garten, Aare-Spaziergang, Aufstieg Rosengarten, Zugfahrt ab Hauptbahnhof Bern nach Burgdorf

Nachmittags: Besuch der Ausstellung „Kaleidoskop“, Museum Franz Gertsch in Burgdorf (mit Lunchtime im Café)

Abends: Konzert im „Konsi“ (Musikschule Konservatorium Bern)


Vormittags: Dieser perfekte Tag beginnt im Kunstmuseum Bern, Hodlergasse 8. Ich vertiefe mich in die Sonderausstellung Gurlitt. Eine Bilanz“. Harter Stoff. Künstlerischen Ausgleich hole ich mir anschließend nebenan bei „Ad Parnassum von Paul Klee, eine Reminiszenz des Malers an seinen Ägypten-Besuch in den späten 1920er Jahren. Eine klar aufgebaute Pyramide und vor allem die leuchtend orange glühende Sonne sind genau das, was ich nach der düsteren Thematik rund um den Fall Gurlitt brauche. Beseelt vom nordafrikanischen Sonnenuntergang und noch ganz in die Kunst versenkt, stadtwandere ich über die Lorrainebrücke meinen nächsten Zielen entgegen: dem Botanischen Garten und der Aare, die ich bislang ausschließlich von oben gesehen habe. Eine ideale Kombination. Dafür gibt es Platz 7 bei meinen „10 Wegen zur Kultur“ (Beitrag „Grün trifft blau: Der Botanische Garten an der Aare“). Weiter geht es hinauf zum Rosengarten, für viele DER Aussichtspunkt auf die Stadt.


Mittags/ Nachmittags: Flugs die Anhöhe vom Rosengarten wieder hinunter und mit den Öffis zum Berner Bahnhof. Ruckzuck bringt mich in nur 15 Minuten ein Zug nach Burgdorf. Ich freue mich darauf, das Werk von Franz Gertsch, einem der bekanntesten Schweizer Künstler, der 92jährig im Dezember 2022 gestorben ist, kennenzulernen. Möglich ist das im Museum Franz Gertsch, das ich in einem eigenen Beitrag vorstelle.


Abends: Zurückgekehrt in die Stadt habe ich mehr Zeit als erwartet bis zum Abendprogramm. Die kurzen Wege in Bern machen zwischendurch kleine Geschenke. Mühelos lande ich frisch gestärkt, in wenigen Schritten von meinem Hotel direkt im „Konsi“, einer der vielen guten hiesigen Musikadressen.


Die Musiker des renommierten amerikanischen Dover Quartetts sind zu Gast in Bern. Ausdrucksvoll und virtuos spielen sie Werke von Schnittke, Beethoven, Mendelssohn in den in warmen Holztönen gehaltenen Saal hinein. Mit der geschichtlichen Spanne, die die vier Musiker mit ihren Kammermusik-Interpretationen an diesem Abend vereinen – von einem Spätwerk Beethovens über die Romantik bis hin zu einem Quartett, das erst vor knapp 50 Jahren aus der Taufe gehoben wurde – beweisen sie musikalischen Wagemut. Und krönen meinen erfüllenden Tag aufs Feinste.


Kulturvolle Berner Tage – Tag 2

Übersicht Vormittags: Besuch des Museumsquartiers: Kunsthalle Bern, Bernisches Historisches Museum, Einstein Museum und Alpines Museum

Nachmittags: E-Bike-Abholung am Hauptbahnhof Bern. Meine Tour führt auf der Route 888 über Wohlen und Frauenkappelen nach Niederwangen bis nach Köniz mit seinem Schloss und zurück in die Berner Innenstadt.

Abends: Konzert im Berner „La Cappella“


Vormittags: Heute gibt es ordentlich frische Luft um die Nase. Doch erst einmal Kultur: Ich nehme mir das Museumsquartier vor, meine Auswahl fällt auf: Kunsthalle Bern, Bernisches Historisches Museum, Einstein Museum und Alpines Museum. Letzteres hat Platz 6 auf meiner KulturTop10-Liste der „Berner Besonderheiten erobert. Ein durch und durch inspirierender Ort. Praktisch: Auch im Alpinen Museum gibt es – wie am Tag zuvor im Museum Franz Gertsch – ein Mittagsmenü im angeschlossenen Restaurant „las alps“.


Nachmittags: Startpunkt Hauptbahnhof und dann rauf aufs Velo, genauer aufs E-Bike, zu meiner ersten motorgestützen Radtour. Erfahre, wie es mir Mit dem E-Bike unterwegs rund um Bern auf der Route 888 ergeht.


Abends: Besuch eines Konzerts im La Capella. Die Liedermacherin Fee Badenius aus dem Ruhrgebiet ist zu Gast. Bis 1998 fanden in dieser 1907 erbauten heiligen Stätte Gottesdienste statt. Umgestaltet zu Kleinkunstbühne und Konzertlokal, bereicherte La Capella danach die Berner Kulturagenda. Und gewann immer mehr Anerkennung als, so die Selbsteinschätzung, mindestens regional bedeutsame Kulturinstitution“. Der Veranstaltungsbogen reicht von literarischem und musikalischem Kabarett über lebendige Literatur bis zu Chanson und Kammermusik. Unbedingt einen Besuch wert!


Für die vorausschauende Planung: Deine Reise nach Bern


Hinkommen – Rumkommen – Bern Ticket

Von Berlin nach Bern dauert die Reise mit der schnellsten Zugverbindung gut acht Stunden. Aus Deutschland führen die Bahnstrecken über Karlsruhe und Basel, über München und Lindau oder über Stuttgart und Siegen (Umstieg in Basel oder Zürich). Innerhalb der Schweiz trifft man auf eine hervorragend ausgebaute Infrastruktur und einen engen Takt sämtlicher Zugverbindungen. In kaum einem anderen Land lässt es sich so zuverlässig auf den öffentlichen Verkehr setzen.

Bern-Belp, der Flughafen der Bundeshauptstadt, liegt mit dem öffentlichen Verkehr etwa 30 Minuten vom Hauptbahnhof entfernt.


Wer seinen Aufenthalt rund um Bern in die nähere und weitere Schweiz ausdehnen möchte, findet im Swiss Travel Guide die ideale ÖV-App und einen zuverlässigen Begleiter für Reiseentdeckungen mit Bahn, Bus und Schiff durch die Schweiz. Ergänzend dazu: Der Swiss Travel Pass, ein Fahrausweis, mit dem Reisende 3, 4, 8 oder 15 Tage lang das ganze Land mit Bahn, Bus und Schiff erkunden können, inklusive der bekannten Panoramastrecken. Freien Eintritt in über 500 Museen und freie Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel in über 90 Schweizer Städten gibt es dazu. Ab 232,- CHF für 3 Tage.


Impulse für das Reisen mit der Bahn und auch mit Bussen und dem Schiff in der Schweiz gibt der Bahnreiseführer von Ruedi Eichenberger. 30 ausgearbeitete Vorschläge laden zu Zwischenhalten und ergänzenden kürzeren Wanderungen und Velotouren ein. Dazu gibt es eine Website mit 31 Touren quer durch die Schweiz.


Bern Ticket

Alle Übernachtungsgäste erhalten direkt von ihrem Vermieter das „Bern Ticket“ und damit freie Fahrt im öffentlichen Verkehr während ihres gesamten Aufenthalts in Bern und in seiner näheren Umgebung.


Unterkommen

Eine Übersicht zu den vielen Übernachtungsmöglichkeiten in der Bundeshauptstadt gibt es auf der Website von Bern Welcome. Sie reicht von Hostels über Hotels in allen Kategorien bis hin zu Angeboten für Campingmöglichkeiten und Gruppenunterbringung.


Fingerzeige: Vom Vier-Sterne-Hotel bis zur Jugendherberge

In der Gerechtigkeitsgasse lädt das Hotel Belle Epoque auch zum Kulturprogramm. Über 16 im Jugendstil gehaltene Zimmer verfügt das Vier-Sterne-Haus. Hier hängt Kunst an den Wänden. Zentraler kann man nicht wohnen.


Das gilt auch für das Hotel Kreuz. Von hier aus sind alle Sehenswürdigkeiten der Altstadt schnell zu Fuß erreichbar. Grundsolide im besten Sinn. Unten im Haus befindet sich das Restaurant „Bärenhöfli“, oben eine Dachterrasse.


Etwas außerhalb, ca. 20 Minuten mit der Tram ab Bern Hauptbahnhof, liegt das „vielleicht einzige Hotel namens Alpenblick ohne Alpenblick“. So verheißt es die hauseigene Website im Hotel Alpenblick, auf die man mit Vergnügen schaut. Fototapeten mit historischen Ansichten, eine Bibliothek zum Entspannen und Lesen sowie eine hauseigene Beiz mit dem netten Namen „Darling“ geben dem Haus ein eigenes Flair. Die Restauration präsentiert sich als „neue, junge Quartierbeiz“ mit „ehrlicher“ Küche.


Das weit über die Grenzen Berns bekannte Jazzlokal „Marians Jazzroom“ richtet das Internationale Jazzfestival Bern aus. Es ist mit einem Vier-Sterne-Hotel verbunden. Das Hotel „Innere Enge“ liegt stadtnah, mit Blick auf die Alpen und von einer großzügigen Parkanlage umgeben. 15 der 26 Zimmer sind Jazzmusikern von Weltrang wie Louis Armstrong gewidmet. Sie alle haben hier gewohnt und – versteht sich – in Marians Jazzroom legendäre Konzerte gegeben.


Immer eine gute Idee ist es, sich in ein Bed and Breakfast einzuquartieren. Eins davon ist das B & B „Am Pavillon“, nur zwei, drei Gehminuten vom Hauptbahnhof Bern entfernt.


Einladend an der Aare gelegen mit gutem Komfort: Die Berner Jugendherberge spricht auch Architektur-Liebhaber an. Ästhetik, Funktionalität und Nachhaltigkeit spielten eine herausragende Rolle, als die Wettbewerbsjury 2018 sich für den Entwurf des Berner Büros Aebi & Vincent Architekten entschied. Sie lobte die gelungene sensible Einbettung des denkmalgeschützten Hauses in den städtischen Kontext am Rand des Marzili-Quartiers. Das Haus entspricht energetisch und in der Barrierefreiheit neuesten Baustandards.


Kultur und Café

Weil der Kunst- und Kulturgenuss durch eine Café-Pause noch mehr gewinnt, hier ein paar Anregungen für eine Zwischenstation bzw. Zwischenmahlzeit:


Das Café Littéraire ist der Buchhandlung Stauffacher im Herzen der Stadt angeschlossen. Bei schönem Wetter nach einem Platz auf der Terrasse schauen.


In der Kaffee-Bar Wartsaal gibt es Kaffee, tagsüber und später im Barbetrieb, bis kurz vor Mitternacht. Verhungern muss hier niemand, auch geistig nicht. Auf Wunsch gibt es eine Bücherkarte mit einem kleinen feinen Sortiment. Wer ein Buch ordert, kann einfach nur darin schmökern oder es auch kaufen.


Im Park-Café Einstein au Jardin auf der Münsterplattform lässt es sich zwischen Berner Münster und Aare gut schweben. Und das Auge kann – gutes Wetter vorausgesetzt – derweil über die Postkartenkulisse von Eiger, Mönch und Jungfrau schweifen.


Von der Unteren Altstadt geht’s über die Kornfeldbrücke weg von der Altstadt hinüber zur anderen Aare-Seite zum Café Albert & Frida. Das Café & Bistro bietet „von Montag bis Freitag, mit Liebe, Leidenschaft und Ehrlichkeit zubereitete Gerichte. Wer gleich über Nacht bleiben möchte: Zimmer gibt es auch.


Kaffee und Kuchen und dazu einen der besten Blicke auf die Stadt serviert das Restaurant Rosengarten. Hier lässt es sich auch trefflich dinieren. Wer schon mal von zu Hause schauen will, wie der Ausblick so ist, kann die Webcam auf der Restaurant-Website anklicken.


Sur Plus: 3 x Lieblingsplätze und Glücksorte in Bern

Lieblingsplätze und Glücksorte in Bern, darunter auch viele Einkehrmöglichkeiten, gibt es in Hülle und Fülle. Gleich drei Buchveröffentlichungen belegen das eindrucksvoll:

Cornelia Lohs. 111 Orte in Bern, die man gesehen haben muss. 240 Seiten. Emons Verlag, 2015

Paul Ott. Lieblingsplätze Bern. 192 Seiten. Gmeiner-Verlag, 2021

Bettina Studer. Glücksorte in Bern. 168 Seiten. DROSTE-Verlag, 2020


Aber bitte mit Kultur: Die Museumslandschaft Berns

Ein Tipp vorab: Wer tiefer in die Berner Museumswelt eintauchen möchte, dem sei die Berner Museums Card empfohlen: Sie ermöglicht freien Eintritt für 48 Stunden (35 CHF) oder für 24 Stunden (28 CHF). Pro Eintritt sind zwei Jugendliche bis 16 Jahre im Preis inbegriffen. Erworben werden kann die Museums Card nur online oder in der Tourist Information am Bahnhof.


Kunstmuseum Bern

Eine erste Adresse in Bern für Kunst: Das Kunstmuseum Bern mit Werken aus acht Jahrhunderten von der Gotik bis zur Gegenwart. 2023 stellen die Malerin Katharina Grosse (*1961) und der Schweizer Maler, Bildhauer und Fotograf Markus Raetz (1941-2020) mit großen Überblicksausstellungen im Kunstmuseum Bern aus.


Provenienzforschung wird im Kunstmuseum Bern groß geschrieben (siehe dazu meinen Artikel Das Kunstmuseum Bern, Gurlitts Erbe und die Provenienzforschung). Die Ausstellung Gurlitt. Eine Bilanz läuft im Netz dank der außerordentlich informativen Ausstellungsbroschüre weiter. Die Schrift gibt die Texte der Schau 1:1 wieder und bietet einen vertieften Einblick in das Legat Gurlitt und dessen wissenschaftliche Erschließung. Themenschwerpunkte zu ethischen Leitlinien, rechtlichen Grundlagen und Ergebnissen des internationalen Forschungsprojekts zur Provenienz veranschaulichen das für interessierte Laien gut nachvollziehbar.


Kunsthalle Bern

Die Kunsthalle Bern ist DER Ausstellungsort für zeitgenössische Kunst in Bern. Einen Eindruck von den Aufregungen im Jahr 1968, die Christo mit seiner ersten Verpackungsaktion der Kunsthalle Bern auslöste, gibt ein Video aus dem SRF-Archiv wieder. Das Online-Archiv der Kunsthalle ermöglicht eine ausgedehnte Zeitreise zu allen Ausstellungen dieses Museumsorts.


Museumsquartier Bern

Neben der Kunsthalle Bern gehören auch das Bernische Historische Museum und das Einstein-Museum dem Verbund Museumsquartier Bern rund um den Helvetiaplatz im Kirchenfeld-Quartier an. Die Initiative hat sich vorgenommen, in den nächsten Jahren einen neuen Stadtraum für Kunst, Kultur und Begegnung zu schaffen.


Alpines Museum

Meist ungewöhnlich und gern interdisziplinär geht es in den Ausstellungen und Veranstaltungen des Alpinen Museums zu, wenn der Kultur- und Naturraum der Alpen ergründet und Phänomene der globalen Bergwelt erklärt werden. Wer in der Auseinandersetzung mit alpinen Themen nach Impulsen und unkonventionellen Ansätzen sucht, kann sich in den Newsletter-Verteiler des Alpinen Museums aufnehmen lassen.


Mein Tipp: Der Museumsshop des Alpinen Museums ist eine Entdeckung – allein die Bücherauswahl! Es macht Freude, den Blick über die bibliophile Auswahl mit Bezügen zur Bergwelt schweifen zu lassen. Neben Klassikern wie „Der Zauberberg“ von Thomas Mann und Adalbert Stifters „Bergkristall“ fällt mir Elizabeth von Arnims „Ein Chalet in den Bergen“ gleich ins Auge. Da möchte ich sofort reinlesen, in der Hoffnung, auch hier, wie in ihrem wunderbaren Werk „Elizabeth und ihr Garten“ auf Arnims teils bissigen, sehr scharfsinnigen Humor zu stoßen.

Nicht zuletzt für Architekturfreunde gibt es reizvolle Einladungen in die Bau- und Bergwelt, wie „Bauen in den Alpen – Klimavernünftige Architektur zwischen Ljubljana und Nizza“. Kurzum: Hier wartet ein inspirierendes Sortiment mit Geschenkideen, für andere und für sich selbst!


Zentrum Paul Klee

Ein Leuchtturm innerhalb der Berner Museumslandschaft ist das Zentrum Paul Klee. Das Museum ist gleichermaßen international anerkannter Ausstellungsort und pulsierendes Kunst- und Kulturzentrum, das auch die Anwohner:innen Berns zur Mitgestaltung aufruft. Assoziiert ist das „Kindermuseum Creaviva“ mit Aktionen wie „Kinder kuratieren Klee“.


Museen, Kunst und Kultur auf Berner Websites

Einen Überblick in das Berner Ausstellungsgeschehen gibt es auf der gemeinsamen Website vieler Berner Museen. Hier sind auch die Ausstellungen des Museums Franz Gertsch im bernnahen Burgdorf erfasst. Die Kunst- und Kultur-Website von Bern Welcome lässt sich nach Stadt und Region Bern sortieren und präsentiert die Schweizer Hochburg der Kultur par excellence.


Berner Bühnen

Die Bühnen Bern mit ihren Angebotssparten Berner Symphonieorchester, Schauspiel, Oper, Ballett, Kammermusik und Nouvelle Scène lohnen stets einen Blick in ihr Veranstaltungsprogramm.


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Ich freue mich sehr über die Unterstützung von Bern Welcome und Schweiz Tourismus, die ich im Rahmen einer individuellen Medienreise für diesen Beitrag erhalten habe. Aus der Möglichkeit, Bern intensiver kennenzulernen, sind mehrere Beiträge entstanden.




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