Europa ohne Flieger, Lonely Planets Reisekarussell punktet in neunter Auflage!
- Felicitas

- vor 14 Stunden
- 6 Min. Lesezeit
In „Europa ohne Flieger“ überzeugt der australische Reiseführer-Konzern Lonely Planet durch ein Feuerwerk an Reiseideen. Hier kann es direkt an die Planung gehen: mit Bahn, Bus, Schiff, zu Fuß und mit dem Fahrrad, alles dabei. Es winken 80 Reiseverführungen zwischen Kultur, Architektur und Natur in ganz Europa. Erfahre, was „Europa ohne Flieger“ auszeichnet und warum es eine neunte Auflage verdient.

Mein Fazit
Flugfreiheit bedeutet Reisevielfalt
Bunte Post-its zieren mein Exemplar von „Europa ohne Flieger“ im Nu. Ich bekomme Lust auf Luzern. Zum Donaudelta ans Schwarze Meer möchte ich schon länger, am liebsten per Schiff die Windungen der 2.800 Kilometer langen Donau entlang. Oder: von Deutschland quer durch Osteuropa auf dem Landweg – bis nach Rumänien. Architektur studieren in Riga: gerne!
Das sind nur vier der Reiseinspirationen, mit denen Lonely Planet zu „Europa ohne Flieger“ – nachhaltig – einlädt. Nachhaltigkeits- und Zeitgründe miteinander abzuwägen, diese Intention läuft stets im Hintergrund mit.
Herausfordernd konfrontiert mich das Inhaltverzeichnis mit 80 fabelhaften Tourenvorschlägen jenseits des Luftwegs, ein Ideen-Feuerwerk für die unterschiedlichsten Reisetypen. „Europa ohne Flieger“ sei Lonely Planet sehr wichtig, sagt Lonely Planet-Gründer Tom Hall im Vorwort des mittlerweile in neunter Auflage erschienenen Kompendiums. In der Coronazeit erstmals erschienen, ist es mir von Anfang an ein profunder Reiseratgeber geworden.
Europas Bahnnetz: Rückgrat für nachhaltiges Reisen
Viele Vorschläge sprechen mich sofort an. Sie sind mit knappem Urlaubstage-Budget umsetzbar wie auch nach Belieben verlängerbar. Das Beste: Überall bietet das „exzellente Bahnnetz Europas“ ein zuverlässiges „Rückgrat“ für mehr Nachhaltigkeit im Reiseverkehr. Bahn und Schiff als Fortbewegungsmittel wechseln ab mit Möglichkeiten, sich per Rad oder zu Fuß aktiv fortzubewegen. So verschmelzen An- und Abreise mit den Zielrouten zu einer Einheit. Auch sie sind Teil der Reise und lassen – durch die Fülle des Erlebten – das bereichernde Gefühl entstehen, länger unterwegs zu sein.
Große Stärke: die Übersichtlichkeit von Lonely Planets „Europa ohne Flieger“
Wunschziel für Wunschziel eröffnet der kompakte Reiseführer auf rund 320 Seiten einen abwechslungsreichen Reigen:
wahlweise 40 Reisevorschläge für eine Woche sowie 40 Routenideen für zwei Wochen und mehr
auf maximal vier Seiten präsentiert sich Reiseroute für Reiseroute
kurz und knapp, Station für Station
mögliche Abstecher inklusive.
Kurz umrissen und durchdacht komponiert würdigen die Zielvorschläge:
Kultur wie Natur
Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten
Bewährtes wie Geheimtipps, Kurioses und Highlights
authentische Erlebnisse: lokale Küche, Kultur und Traditionen
Nachhaltig Reisen in Europa
Das Buch strotzt vor Informationen und Inspirationen für Individualreisende. Es eignet sich für alle, die
nach Ideen für ein- oder zweiwöchige Reisen suchen, auch als Bausteine für längere Reisen
nachhaltig in Europa unterwegs sein möchten und
nach grünen Reisezielen, umweltfreundlichen Transportmöglichkeiten und nachhaltigen Unterkünften Ausschau halten
praktische Tipps für die Reiseplanung und -gestaltung suchen
sich die Reiseplanung und -gestaltung erleichtern möchten
„Europa ohne Flieger“ lädt zur Planung einer ganz persönlichen Wunschroute ein. Die vorgestellten Routen und Reisestationen sorgen für eine komfortable Ausgangssituation. Als flexibles Grundmodell schaffen sie einen sehr individuellen Gestaltungsrahmen für Kombinationationsmöglichkeiten. Von Aarhus bis Zürich: Das vierseitige klein gedruckte Ortsregister im Anhang spricht für sich.
Mein Entdeckergeist ist geweckt. Hinein ins Reisevergnügen! Lass Dir ein ein paar Reiseideen für ein- wie für zweiwöchige Trips, vorstellen.
„Europa ohne Flieger“: Ideen für eine Reisewoche
Kulinarisch durchs Baskenland
Pinxtos heißt das Schlüsselwort, um das Baskenland kulinarisch perfekt zu erkunden! An den baskischen Tapas kommt kein Genussmensch vorbei – und am Besuch des ikonischen Guggenheim Museums in Bilbao kein Kunstfreund. Was die einstige Schwerindustrie-Metropole Bilbao in Sachen Imagewechsel hinlegt, ist spektakulär.
Lonely Planet empfiehlt den Mix zwischen Kultur, Kunst respektive Architektur und Kulinarik im Norden Spaniens. Da lohnt es sich, 34 Stunden mit dem Schiff aus Portsmouth oder 21 Stunden aus Plymouth anzureisen. Oder mit dem TGV aus Paris (minimal ca. 7 Stunden). Bilbao mit seiner spektakulären Architektur, das grüne Logrono, die baskische Hauptstadt Victoria-Gasteiz und das „Feinschmecker-Mekka von Weltklasse“ San Sebastian repräsentieren die Vielfalt des Baskenlandes.
Von Stockholm zum Polarkreis
Leicht erreichbar per Bahn von Kopenhagen (5 h 30) oder Göteborg (5 h) oder per Fähre ab Helsinki (17 h), zudem noch eine der „gelassensten Hauptstädte Europas“ – das ist Stockholm. Wer sich innerhalb einer Woche von Ort zu Ort (es sind fünf) fortzubewegt, hat den Polarkreis erreicht. Die Eisenbahnstrecke führt immer nordwärts, zunächst nach Uppsala. Hier wird augenzwinkernd empfohlen, sich im tropischen Gewächshaus des Linnegartens noch ein bisschen aufzuwärmen ...
Derlei Vorschläge sind es, die den Band so anschaulich und lesenswert machen. Sie entfachen die Reiselust durch einige hervorgehobene Erlebnisse. Wie etwa im hohen Norden, in einem der Inlandszüge Richtung Nordschweden. Auf der Strecke von Mora (das auf Uppsala folgt) nach Östersund kann es im Sommer vorkommen, dass der Lokführer einen Halt einlegt. Warum? Damit die Fahrgäste Beeren pflücken können!
Apropos Mora. Hier lebte der Maler Anders Zorn Anfang des 20. Jahrhunderts (zu besichtigen sind sein Wohnhaus und ein Museum). Hopp, hopp, zurück in die Inlandsbahn. Der Polarkreis wartet. Nach Halten in Jokkmokk und Gällivare ist es soweit. Zurück nach Stockholm fährt ein Nachtzug (14 h).
Weitere Beispiele für eine Reisewoche
Mit dem Rad den Rhein entlang (Mainz, Bingen, Koblenz, Bonn, Köln)
Österreichischer Höhenflug (Innsbruck, Kitzbühel, Zell am See, Salzburg, Linz, Wien)
Irlands atlantischer Norden (von Dublin über Sligo, Derry, Causeway Coast bis Belfast)
Mit dem Seekajak durch Schottland
Norwegisches Bahnabenteuer (bei meiner Rezension zur 1. Auflage von Europa ohne Flieger liegt der Fokus auf dieser Route, insbesondere Oslo)
Städte und Schlösser in Tschechien
Gourmettour durch Norditalien (Bologna, Modena, Parma, Mailand, Turin, Genua)
Nord- und West-Sizilien (ab/bis Palermo, hier braucht es ausnahmsweise für die Westtour ein Auto)
„Europa ohne Flieger“: Ideen für zwei Reisewochen
Von der Ostsee ans Mittelmeer
Erstaunlich weite Kreise werden bei dieser Tour gezogen. 4.000 Kilometer zurückgelegt. 14 Übernachtungen einkalkuliert. 600,- € Fahrtkosten laut Faktencheck (s.u.) veranschlagt. Zur Einstimmung:
„Diese epische Route führt mit schnellen Zügen von den windigen Meerengen Dänemarks zu den milden Gestaden der französischen Riviera“:
Stationen von Ostsee bis zum Mittelmeer sind: Kopenhagen – Hamburg – Köln – Paris – Marseille. Bei Marseille lockt das Meer zu einem Tagestrip in den Parc de Calanques und seine unberührte Landschaft an der Felsenküste. Und warum nicht verlängern: zum Beispiel auf den Porquerolles. Das größte Eiland der Inselgruppe Hyeres wird versprochen „hat alles, was man sich von einer Mittelmeerinsel wünscht“.
Inselhopping in Kroatien
Wie eine Perlenschnur rankt sich die Reiseroute von Zagreb (7 Zugstunden ab Wien, 8,5 h ab München) nach Dubrovnik. Erster Halt: Split mit dem antiken Diokletianpalast. Von hier geht's auf die Fähre, nach Brac, der größten Insel Zentraldalmatiens mit ihrem hoch gepriesenen Strand Zlatni Rat in Bol.
Das Inselhopping setzt sich fort auf Hvar, der „glamourösesten“ Insel dieses Küstenabschnitts. Korcula empfängt mit Architektur der Gotik und der Renaissance. Hier lässt es sich bestens wandern wie auch auf Mljet, der letzten Hoppingstation vor Dubrovnik, das in einer Stunde mit dem Katamaran erreichbar ist. Wer zurück nach Zagreb muss, braucht 11,5 Busstunden oder erreicht via Autobahn andere Fahrtziele in Österreich, Deutschland oder Italien.
Weitere Vorschläge für zwei Reisewochen und mehr
Wandern an der Küste Portugals (von Lissabon bis Cabo de Sao Vicente)
Von Mallorca nach Madrid (quer über die Insel, Fähre Palma – Valencia, Madrid)
Rom, Neapel, Sardinien per Fähre
Balkan-Hauptstädte
Kulturhauptstädte Mitteleuropas
Einmal durch Marokko
Auf den Punkt: Faktenchecks und Reiseinfos
Jede Reise erscheint im Duo mit einem Faktencheck. Dieser bündelt übersichtlich die
gesamte zurückzulegende Entfernung
Übernachtungszahl
Fahrtkosten sowie
ungefähre CO 2-Emissions-Berechnung
Weiteres Plus: Kleine Routenskizzen (Ausgangspunkt für die Strecken sind zentrale gelegene Städte in Deutschland wie Frankfurt oder Hamburg oder Bahnhöfe wie Amsterdam, London oder Paris). Klar zugeordnete Webseiten-Quellen etwa von Eisenbahn- oder Fährgesellschaften unterstützen den kurz und knapp geschilderten Reiseverlauf.
Mein Fazit
Keine Frage, Lonely Planet hat geliefert: 80 mal „inspirierende und nachhaltige Reiseideen“, so nachhaltig, dass sie eine 9. Auflage erleben (!) Alles bestens recherchiert, voller anregender Reisekombinationen, auch für lange gehegte Reisewünsche. „Europa ohne Flieger“ ist eine Fundgrube für die eigene tiefergehende Reiserecherche – zum sich darin Verlieren gut.

Buchempfehlung
Lonely Planet: Europa ohne Flieger. 320 Seiten. MAIRDUMONT Verlag, 2026.
Tiefer eintauchen
Weitere Einblicke in das 80 Routen umfassende Kompendium „Europa ohne Flieger" bekommst Du direkt auf der Website von Lonely Planet, sieben Touren werden ausführlich vorgestellt, darunter die Orient-Express-Route und Auf den Spuren der Antike über Rom, Neapel, Bari, Dubrovnik, Sarandrë, Korfu, Athen, Samos, Kuşadasi.





Danke Felizitas für die Buchempfehlung - hat Mega Lust auf Reisen ohne Flugzeug gemacht! Bin schon unterwegs zum Buchladen 😊