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Lonely Planets „Mach deine Reise“ offeriert 30 Solo-Abenteuer von Frauen für Frauen

  • Autorenbild: Felicitas
    Felicitas
  • vor 3 Tagen
  • 6 Min. Lesezeit

Lonely Planet hat 30 Frauen gefragt, wie und wo sie ihren eigenen Weg in die Welt des Alleinreisens gefunden haben. Ergebnis ist der Bildband „Lonely Planet – Mach deine Reise“. Er zeigt, wie facettenreich Solo-Reisen sein können. Mal voller Abenteuer und Adrenalin, mal überwältigend schön, mal wild und überfordernd, mal ruhig und weniger spektakulär. Gemeinsam ist allen: Sie verändern die Perspektive auf das Leben.

Eine Frau in Rückenansicht sitzt auf dem Boden und betrachtet eine karge Gebirgslandschaft
Allein reisen eröffnet neue Einsichten: in das Reisen und zu sich selbst © Lukas Hodon Shutterstock

Ausgangspunkt und Aufbau – erste Blicke ins Buch

Es macht Spaß, im Reisebildband „Lonely Planet – Mach deine Reise“ zu blättern und die allein reisenden Frauen kennenzulernen: Zum Beispiel Jamie Wong. Mit gerade 40 verlässt sie Kalifornien: „Als alles zusammenbrach, ging ich nach Paris.“ Oder die alleinerziehende Jeanne Lepoix. Sie erlebt im Mutter-Tochter-Gespann England vom Fahrrad aus. Sie sagt: „Soloreisen erfordern ein hohes Maß an Energie und Logistik.“ Ihre Tochter ist vier.


Jeanne Lepoix steht mit ihrer kleinen Tochter und Fahrrad auf einem Weg
Besonders herausfordernd: allein mit Kleinkind reisen © Courtesy of Jeanne Lepoix

Für viele der 30 Autorinnen ist das Schreiben ihr Beruf: Sie sind (Reise)-Schriftstellerinnen, Redakteurinnen (oft bei Lonely Planet), Journalistinnen. Durch ihre berufliche Situation und Lebensumstände, ihr Alter und Reise(zeit)budget unterscheiden sie sich. Auch in ihren Beweggründen.

 

Ashley Harrell verwirklicht ihren Reisetraum auf einer abgelegenen Westpazifik-Insel. Sie lässt sich beim Schwarzwassertauchen in 4.572 m tiefes Wasser fallen – als einer „der ersten Menschen, die jemals über dem Yapgraben getaucht waren“. Sehr anders Lauren Keith. Wie viele reist sie als Au Pair – von Kansas nach Düsseldorf –, um der Heimat ihres Großvaters näher zu kommen. Diese Spannbreite zeichnet den Bildband aus.

 

Jede allein reisende Frau hat ihren eigenen Erzählstil und Ton, um ihre Herausforderungen, Begegnungen und Aha-Momente zu schildern. Das macht ihre Geschichten persönlich und emotional. Eingestreut in die Texte warten überall wertvolle Tipps auf die Leserin – etwa die Überlegung, bei längeren Trips nicht unbedingt gleichzeitig Hin- und Rückflug zu buchen. Oder realistische Voraussagen:

 

„Kulturschocks sind real. Man erlebt einen bei der Ankunft an einem fremden Ort, jedoch auch nach der Rückkehr in die Heimat und dieser trifft einen oft härter.“ Lauren Keith

Lonely Planet – Mach deine Reise: Beispiele für beeindruckende Touren

Neugierig geworden? Hier kommen noch einige anregende Beispiele für Soloreisende bzw. Einladungen zu Leseerlebnissen:

 

  • Zu Besuch bei Rentierhirten in der Mongolei

  • Pilgernd auf dem Camino Portugese

  • Von Paris nach Genf mit einem Retro-Rad und Wildcampen

  • Als Anhalterin durch Mesopotamien

  • Wanderung durch das wilde Patagonien

  • In Bahrain das alte Gewerbe der Perlentaucher kennenlernen

  • Wie eine Soloreise mich bestärkte, weiterhin Zirkus zu machen

 

Bailey Freeman betrachtet Zirkus-Leuchtreklamen bei Tag in Las Vegas
In Las Vegas herausfinden, wie es weiter geht © Courtesy of Bailey Freeman

Jedes Kapitel schließt mit praktischen Hinweisen ab. Jede Autorin trifft ihre individuelle Auswahl: Jamie Wong entscheidet sich für „Was ich in Paris am liebsten allein mache“ (im Rodin-Museum den Menschenmengen entkommen). Sarah Stocking reflektiert über den „Moment, in dem ich gerne nicht allein gewesen wäre“ (auf der Flucht vor einem Seelöwen in Georgien).


Diana Savarin resümiert „Was ich gern vorher gewusst hätte“ (vor einem 800 km langen Ski-Trip mit drei Schlittenhunden). Shivya Nath, aufgewachsen im indischen Himalaja-Gebirge, entscheidet sich im Nachklang zu ihrer Slowenienreise, dem selten gewordenen Gelben Frauenschuh einen botanischen Steckbrief zu widmen. Reisen bildet.

 

Ausstattung und Fotografien

Begleitet werden die Erzählungen in „Lonely Planet – Mach deine Reise“ von atmosphärisch stimmigen Reisefotografien. In matt-gedämpften Farben strahlen sie eine Mischung aus Nostalgie, Besonnenheit und Aufbruch aus. Zurückhaltend gesetzt unterstützen sie das klare Layout und die Übersichtlichkeit des kompakten rund 270 Seiten starken Reisebands.


Zum Auftakt jedes achtseitigen Kapitels führt ein ganzseitiges Intro-Bild – mal sind es Landschafts-, mal Architekturaufnahmen – ins neu zu entdeckende Reiseland. Einige der Autorinnen stellen sich mit einem Bild vor.

 

Jessica Lockhart sitzt auf dem Boden, hinter ihr die Ausgrabungen von Petra in Jordanien
Angekommen in Petra / Jordanien © Jessica Lockhart

Die Kunst, auf Reisen das Selbstbewusstsein zu stärken 

„Je öfter du es tust, desto größer wird dein Selbstvertrauen“, sagt Jeanette Ceja. Sie muss es wissen. Sie hat in über 60 Ländern Soloreisen unternommen. Und dabei ihr Studium bis zum Master vorangetrieben. Entsprechend die Überschrift ihres Kapitels: „Solo nach Sizilien: Wie ich durch das Alleinreisen zu mir selbst fand“. Und Jeanettes Appell an andere Frauen lautet:

… es (ist) nie zu spät, allein zu reisen oder im Ausland zu studieren. Dabei ist es egal, wo du gerade im Leben stehst oder wie alt du bist. Wage den Schritt ins Unbekannte – er wird dich grundlegend verändern“. Jeanette Ceja

 

Gerade auf Touren, die große Herausforderungen bedeuten, kann es Zeit brauchen, bis die Selbstsicherheit erstarkt. Wie bei Rebecca Hall. Im Kapitel „Allein auf hoher See“ wirft sie an Bord eines Containerschiffs – „bist du verrückt, als einzige Frau unter Männern?“ – auf dem Weg von Athen nach Hongkong ihre Bedenken Stück für Stück über Bord. 


Besonders berührt hat mich die Geschichte von Stefania D’ Ignoti. Sie geht für ein Freiwilligenprogramm an die türkisch-syrische Grenze – nicht zuletzt um ihren Panikattacken zu begegnen. Vor Ort fordert sie sich mit einem Trip per Anhalter weiter heraus. Sie kann, allein im Herzen von Mesopotamien angekommen, ihr „Vertrauen ins Unbekannte“ stärken. Dass der Weg dorthin mit Umwegen, Stolperfallen und Rückschlägen verbunden sein kann, wird nicht ausgespart. Lauren Gay, die auf den Azoren ihre „Angst in Freiheit“ verwandeln kann, drückt es so aus:


Die Insel war mein persönliches Trainingscamp, in dem ich mich auf mein neues Leben zu Hause vorbereitete. Lauren Gay

Sich seinen Ängsten zu stellen und trotzdem weiterzumachen, zwischen wachsender Freiheit und hin zu weniger Selbstzweifeln – schildern viele Frauen als elementar für ein gelingendes Alleinreisen als Frau.


Und zum Gelingen trägt auch bei, überall auf der Welt einen besonderen Platz, manchmal auch ein eigenes Zuhause, schaffen zu können. Ein Stück Heimat auf Reisen setzt sich immer wieder neu zusammen, bei jeder Frau anders: aus kleinen Ritualen, in vertrauten Routinen, in unerwarteten Begegnungen. Und, auch das ist Heimat: in dem beruhigenden Wissen, dass man sich auf sich selbst verlassen kann. 

 

Sich selbst besser kennenlernen

Sarah Stocking ist fasziniert von der Schönheit der Antarktis. Ihr Beispiel zeigt: Manchmal gilt es, die eigene Freude im Austausch mit anderen zu schützen. Sarah gelingt es, die Meinung einer Reisenden, die sie unterwegs bedauert, weil sie allein reist, ins Positive zu wenden. Im Sinne einer guten Selbstfürsorge beschließt sie, ihre Entdeckungen und ihr Staunen nicht mehr mit Menschen zu teilen, die nicht „ebensolche Ehrfurcht“ empfinden wie sie.


Eine Frau auf Skiern vor einem wunderschönen Arktispanorama
Reiseziel Antarktis © Mikhal Nerberg

Claudia Roden, die Grande Dame der Mittelmeerküche, war in den 80er Jahren eine Pionierin – um die Köstlichkeiten der Regionen in Rezepten festzuhalten – und: als Alleinreisende. Das war doch nichts für eine Frau! Sie beschreibt es als „ein niemals endendes Abenteuer“ (mehr über Claudia Roden und ihre Kochkunst erfährst Du auf azurgold, in der Rezension zu ihrem Kochbuch Mittelmeerküche).

 

Auch wenn heute wesentlich mehr Frauen aus westlichen Kulturen allein auf abenteuerliche Reisen gehen; frei von „Beklommenheit“ sind sie nicht. Nach Meinung von Jessica Kockhart bekommen sie „mit großer Sicherheit eine Frage öfter zu hören als alle anderen: Bist du verheiratet“? – Und zwar unabhängig von Alter, Aussehen, Herkunftsland und aktuellem Aufenthaltsort.


Allein reisen bedeutet, sich selbst besser kennenzulernen. Es heißt, viele Möglichkeiten zulassen zu können. Fremde Menschen können zu Wegbegleitern werden, Gespräche entstehen, die überraschend tief gehen. Neue Freundinnen können gefunden werden – oder auch der Partner fürs Leben: „Und so endete meine Zeit als alleinstehende Reisende in diesem Bus nach Tallinn.“ Das sagt Meri Murphy, die sich nach ihrem Arbeitsleben und jahrelanger Vorbereitung aufgemacht hat, um die Welt als „Nomadin im Ruhestand“ zu entdecken, sechs Jahre lang, bis sie „diesen Kiwi“ traf.

 

20 wertvolle Tipps von Frauen für Frauen

Abschließend gibt „Lonely Planet. Mach deine Reise“ 20 wertvolle Tipps zum Soloreisen für Frauen von Frauen des Lonely-Planet-Teams. Neben praktischen Tipps kommen emotionale Aspekte des Alleinreisens nicht zu kurz. Es geht um vieles, was Solo-Reisen leichter, sicherer und schöner macht, etwa:

 

  • darum, wie man sich unterwegs schnell orientiert

  • wie man sich in fremden Städten intuitiv zurechtfindet

  • wie wichtig es ist, auf sein Bauchgefühl zu hören.

  • darum, dass man Pausen verdient, sich nicht übernehmen muss, und dass es okay ist, sich zwischendurch nach Ruhe oder Vertrautheit zu sehnen.

  • wie man mit Heimweh umgeht

  • wie man offen bleibt für Begegnungen, ohne sich selbst zu verlieren und

  • wie man aus kleinen Herausforderungen unterwegs echte Stärke ziehen kann.

 

Mein Fazit

„Lonely Planet. Mach deine Reise“ liefert allen Frauen, die einen Solotrip planen oder sich dafür interessieren und nach neuen Horizonten suchen, einen perfekten Einstieg. Von profunden Informationen bis zu aufmunterndem Zuspruch bietet der Reisebildband viel. Inspirierend, stärkend und oft nah am Reisealltag orientiert, wartet Lonely Planet mit geballtem Erfahrungswissen zu sehr unterschiedlichen Reiseunternehmungen auf. Die Reiselust der vorgestellten Soloreisenden ist ansteckend. Sie machen Mut, alles hinter sich zu lassen. Wo soll es hingehen?


Cover von Lonely Planet: Mach deine Reise

Buchempfehlung

Lonely Planet. Mach deine Reise. 30 inspirierende Solo-Abenteuer von Frauen für Frauen. Mairdumont (deutsche Ausgabe) 2025, 272 Seiten

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