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  • AutorenbildFelicitas

Europa ohne Flieger: Ins Museum in Oslo, pilgern ab Pamplona oder ab in die Alpen

In „Europa ohne Flieger“ überzeugt der australische Reiseführer-Konzern Lonely Planet durch ein Kaleidoskop von Reiserouten. Bestens recherchiert kann es gleich an die Planung gehen: Vom norwegischen Bahnabenteuer mit Station in Oslo und im Munch Museum und 79 weiteren Reiseverführungen zwischen Kultur und Natur in ganz Europa.


Bahnhofsuhr und einfahrender Zug am Bahnhof
Nächster Halt: Europa! Und das Beste: Mit dem Zug kommt man überraschend weit.

Flugfreiheit bedeutet Reisevielfalt

Bunte Post-its zieren meinen Bildband im Nu. Sehr viele Tourenvorschläge der 80 Reiseinspirationen in „Europa ohne Flieger“ sprechen mich sofort an – ich könnte nahezu alle machen! Einige Beispiele: „Kulinarisch durchs Baskenland“, „Von Stockholm zum Polarkreis“, „Kanufahren in den Welsh Marches“, „Städte und Schlösser in Tschechien" oder – dann für mindestens zwei Wochen: „Wandern an der Küste Portugals“, „Von Mallorca nach Madrid“ oder „Balkan-Hauptstädte“, „Kulturhauptstädte Mitteleuropas", „Einmal durch Marokko". Und das Schönste: Überall bietet das „exzellente Bahnnetz Europas“ ein zuverlässiges „Rückgrat“ für mehr Nachhaltigkeit im Reiseverkehr.


Oslo – Tolle Architektur rund um Munch Museum

Mein Favorit: das „norwegische Bahnabenteuer“, schon beim Lesen eine „unschlagbare Kombi“. In der norwegischen Hauptstadt ist Architektur angesagt – und was für eine! Ohne Flugzeug in Oslo angekommen, liefert sie Fans innovativer zeitgenössischer Architektur einen ultimativen Einstieg.


Am verzweigten Oslo-Fjord steht eine aufsehenerregende Skyline erwartungsvoll Spalier. Mein Recherchegeist ist geweckt. Jüngster Neuzugang an der Fjordspitze ist das Munch Museum mit über 26.000 Werken des berühmten norwegischen Malers und Grafikers Edvard Munch (1863–1944). Verantwortlich für den Gebäudeentwurf und seine ungewöhnliche Umsetzung zeichnet das spanische Architekturbüro estudio Herreros.


Munch Museum am Oslo-Fjord
Mit Knick(s) in der Fassade: das Munch Museum am Oslo-Fjord © Einar Aslaksen/ MUNCH

Munchs unmittelbare Nachbarin, die Osloer Oper, heimste bereits den „Mies van der Rohe Award for European Architecture" ein. Elegant erhebt sie sich einige Meter vom Hafenbecken entfernt, in weißen Carrera-Marmor gewandet. Mit ihrer Fassade spielt das norwegische Architekturbüro Snøhetta („Schneekoppe“) auf einen treibenden Eisberg an. Vom Opernhausdach erwartet Besucher:inenn ein gigantischer Panoramablick, eingerahmt von der atemberaubenden Landschaft ringsherum.

Blick auf die Osloer Oper
Spektakulär: Die Osloer Oper, Blick vom Hafengebiet © Didrick Stenersen - VisitOslo

Das Munch Museum und die Osloer Oper gehören dem großangelegten Stadterweiterungs-Projekt „Oslo Fjord City" an. Anstelle der alten Hafenanlagen entstanden in den vergangenen 20 Jahren in diesem ehrgeizigen Stadtentwicklungsprojekt neue Stadtviertel mit Wohnhäusern, Bürokomplexen und Kulturbauten, darunter die Deichman Stadtbibliothek und der Neubau des norwegischen Nationalmuseums – mutige herausragende Architektur auch hier. Oslos Orientierung zum Wasser ist ein gigantischer Wurf.


Norwegen mit Bahn und Schiff entdecken

Weiter geht es von Oslo quer durch Norwegen nach Bergen, mit Zwischenstopp auf halber Strecke in Geilo oder gleich mit der Bergenbahn durchgehend in sieben Stunden bis nach Bergen: In die Reise integriert werden kann die Fahrt mit der Flåmbahn. Sie verbindet Flåm vom Aurlandsfjord aus mit dem 867 Meter hoch gelegenen Myrdal, Schwindelfreiheit vorausgesetzt.


Direkt daran schließt sich eine Schiffspassage mit einer Fähre im Hybrid- oder Elektrobetrieb an, vorbei an den sich beidseitig steil erhebenden Felswänden der Fjorde. In welcher Reihenfolge Du die vorgeschlagenen Reisestationen kombinierst, wie lange Du jeweils bleiben möchtest, all das lädt zur Planung Deiner ganz persönlichen Wunschroute ein.


Auf den Punkt durch Reisefakten und Checks

Die auf maximal vier Seiten zusammengefassten Reiserouten stellen sich kurz und knapp Station für Station vor, mögliche Abstecher inklusive. Sie würdigen Kultur wie Natur, verbinden Bewährtes mit Geheimtipps sowie Highlights und außerordentliche Fortbewegungsmittel mit Möglichkeiten, sich per Rad oder zu Fuß aktiv fortzubewegen.


Jede Reise erscheint im Duo mit einem Faktencheck. Dieser bündelt übersichtlich die zurückzulegende Entfernung, Übernachtungszahl, Fahrtkosten sowie eine ungefähre CO 2-Emissions-Berechnung. Das Buch strotzt vor nachhaltigen Inspirationen für Individualreisende.


Mein Fazit: : 80 „inspirierende und nachhaltige Reiseideen“ warten auf Fans von Bahnreisen. Wahlweise für eine Auszeit von etwa einer Woche oder von zwei Wochen und mehr. Alle Vorschläge sind auch mit knappem Urlaubstage-Budget umsetzbar und nach Belieben verlängerbar. „Europa ohne Flieger“ ist eine Fundgrube für die eigene tiefergehende Reiserecherche – zum sich darin Verlieren gut. 

Frankfurt/ Main, Hauptbahnhof
Frankfurt/ Main Hauptbahnhof, bitte einsteigen: Täglich laden über 1.100 Züge in alle Richtungen Europas ein © fega

Buchempfehlung

Lonely Planet: Europa ohne Flieger. 320 Seiten. MAIRDUMONT Verlag, 2020.

Buchcover, Europa ohne Flieger

Tiefer eintauchen

Eine Vorschau auf das 80 Routen umfassende Kompendium „Europa ohne Flieger" bekommst Du direkt auf der Lonely Planet-Website: Hier werden sieben der Touren in Gänze vorgestellt.


Auch interessant: Anlässlich seines 50jährigen Jubiläums hat Lonely Planet 50 Reiseziele weltweit in seine Best in Travel Liste für 2024 aufgenommen, gefächert nach Ländern, Städten, Regionen. Unbedingt reinschauen!


Eine Einstimmung auf die imposante Hafenpromenade Oslos gibt es auf einem virtuellen Spaziergang.




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