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Europa ohne Flieger: Nachhaltige Inspiration für Individualreisende

Mit „Europa ohne Flieger“ zieht der australische Reiseführer-Konzern Lonely Planet eine überzeugende Konsequenz aus der Pandemie. Auf 300 Seiten finden sich 80 „inspirierende und nachhaltige Reiseideen“ für Individualreisende und Freunde von Bahnreisen. Durchschnittsdauer Teil 1: etwa eine Woche; Teil 2: zwei Wochen oder mehr. Alle Vorschläge sind auch mit knappem Urlaubstage-Budget umsetzbar und nach Belieben verlängerbar. Du erhältst unzählige wertvolle Impulse: „Europa ohne Flieger“ ist eine Fundgrube für Deine eigene tiefergehende Reiserecherche zum sich darin Verlieren gut.


Uhr Bahnhof Zug Schweiz
Nächster Halt: Europa! Und das Beste: Mit dem Zug kommt man überraschend weit.

80 x Abwechslungreichtum auf Reisen ohne Flugzeug

Bunte Post-its zieren meinen Bildband im Nu. Sehr viele Tourenvorschläge der 80 Reiseinspirationen in „Europa ohne Flieger“ sprechen mich sofort an – ich könnte nahezu alle machen! Einige Beispiele: „Kulinarisch durchs Baskenland“, „Von Stockholm zum Polarkreis“, „Kanufahren in den Welsh Marches“, „Städte und Schlösser in Tschechien" oder – dann für mindestens zwei Wochen: „Wandern an der Küste Portugals“, „Von Mallorca nach Madrid“ oder „Balkan-Hauptstädte“, „Kulturhauptstädte Mitteleuropas", „Einmal durch Marokko". Und das Schönste: Überall bietet das „exzellente Bahnnetz Europas“ ein zuverlässiges „Rückgrat“ für mehr Nachhaltigkeit im Reiseverkehr.


Vorzugsweise per Bahn Europa erkunden

Die auf maximal vier Seiten zusammengefassten Reiserouten stellen sich kurz und knapp Station für Station inklusive möglichen Abstechern vor. Sie würdigen Kultur wie Natur, verbinden Bewährtes mit Geheimtipps sowie Highlights und außerordentliche Fortbewegungsmittel mit Möglichkeiten, sich per Rad oder zu Fuß aktiv fortzubewegen. Jede Reise erscheint im Duo mit einem Faktencheck. Dieser bündelt übersichtlich die zurückzulegende Entfernung, Übernachtungszahl, Fahrtkosten sowie eine ungefähre CO 2-Emissions-Berechnung. Und auf dieser nur scheinbar schmalen Basis kannst Du aus dem Vollen schöpfen. Dafür möchte ich Dir einen Vorgeschmack geben.


Startpunkt Oslo – Architektonisches Sprungbrett für ein Bahnabenteuer

Meine Wahl fällt auf das „norwegische Bahnabenteuer“, schon beim Lesen eine „unschlagbare Kombi“. In der norwegischen Hauptstadt ist Architektur angesagt – und was für eine! Ohne Flugzeug in Oslo angekommen, liefert sie Fans innovativer zeitgenössischer Architektur einen ultimativen Einstieg. Am verzweigten Oslo-Fjord steht eine aufsehenerregende Skyline erwartungsvoll Spalier. Mein Recherchegeist ist geweckt. Jüngster Neuzugang an der Fjordspitze ist das 2021 neu eröffnete Munch Musset mit über 26.000 Werken des berühmten norwegischen Malers und Grafikers Edvard Munch (1863–1944). Verantwortlich für den Gebäudeentwurf und seine ungewöhnliche Umsetzung zeichnet das spanische Architekturbüro estudio Herreros.


Mit Knick(s) in der Fassade: das Munch Museum im Oslo-Fjord © Einar Aslaksen/ MUNCH

Munchs unmittelbare Nachbarin, die Osloer Oper, heimste 2009 den „Mies van der Rohe Award for European Architecture" ein. Elegant erhebt sie sich einige Meter vom Hafenbecken entfernt, in weißen Carrera-Marmor gewandet. Mit ihrer Fassade spielt das norwegische Architekturbüro Snøhetta („Schneekoppe“) auf einen treibenden Eisberg an. Vom Opernhausdach erwartet Besucher:inenn ein gigantischer Panoramablick, eingerahmt von der atemberaubenden Landschaft ringsherum.


Spektakulär: Die Osloer Oper, Blick vom Hafengebiet © Didrick Stenersen - VisitOslo

Das Munch Museum und die Osloer Oper gehören dem großangelegten Stadterweiterungsprojekt „Oslo Fjord City" an. Anstelle der alten Hafenanlagen entstanden in den vergangenen 20 Jahren in diesem ehrgeizigen Stadtentwicklungsprojekt neue Stadtviertel mit Wohnhäusern, Bürokomplexen und Kulturbauten, darunter die Deichman Stadtbibliothek und der Neubau des norwegischen Nationalmuseums – mutige herausragende Architektur auch hier. Kurzum, Oslos Orientierung zum Wasser ist ein gigantischer Wurf.


Am Beispiel Norwegen – ultimative Reisefolge mit Bahn und Schiff

Weiter geht es von Oslo quer durch Norwegen nach Bergen, mit Zwischenstopp auf halber Strecke in Geilo oder gleich mit der Bergenbahn durchgehend in sieben Stunden bis nach Bergen: In die Reise integriert werden kann die Fahrt mit der Flåmbahn. Sie verbindet Flåm vom Aurlandsfjord aus mit dem 867 Meter hoch gelegenen Myrdal, Schwindelfreiheit vorausgesetzt. Direkt daran schließt sich eine Schiffspassage mit einer Fähre im Hybrid- oder Elektrobetrieb an, vorbei an beidseitig sich steil erhebenden Fjordfelswänden. In welcher Reihenfolge Du die vorgeschlagenen Reisestationen kombinierst, wie lange Du jeweils bleiben möchtest, all das lädt zur Planung Deiner ganz persönlichen Wunschroute ein. Dem noch unerreichbarem Zauber des norwegischen Bahnabenteuers könnte ich sofort erliegen. Er steht stellvertretend für viele verlockende europäische Ziele. Mein Fazit: „Europa ohne Flieger“ bietet einen extrem hohen Anregungsfaktor!


Frankfurt/ Main Hauptbahnhof, bitte einsteigen: Täglich laden über 1.100 Züge in alle Richtungen Europas ein © fega

Buchempfehlung

Lonely Planet: Europa ohne Flieger. 320 Seiten. MAIRDUMONT Verlag, 2020.


Tiefer eintauchen


Eine Vorschau auf das 80 Routen umfassende Kompendium „Europa ohne Flieger" bekommst Du direkt auf der Lonely Planet-Website: Hier werden sieben der Touren in Gänze vorgestellt.


Auch interessant: Der Lonely-Planet-Verlag hat seine Rankings für die zehn weltweiten Trendziele seiner Wahl 2022 veröffentlicht – gefächert nach Ländern, Städten, Regionen – Norwegen zählt dazu.


Eine direkte Einstimmung auf die imposante Hafenpromenade Oslos gibt es auf diesem virtuellen Spaziergang.




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