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Kunst und Logis – Mannheim: Mega-Kunsthalle lockt in die BUGA-Stadt

Von Manet bis Bacon: 5.700 Quadratmeter für die moderne Kunst locken Kunstfans ins Zentrum von Mannheim: Die Kunsthalle Mannheim ist ein Eldorado, erst recht für Architekturliebhaber. Diese Folge von Kunst und Logis zeigt warum und wo Du unbedingt übernachten solltest.

Besucherinnen in der alten Jugendstil-Eingangshalle
Menschen im Museum – Die alte Kunsthalle Mannheim empfängt im Jugendstil © Felicitas Wlodyga

Kunst und Logis – Mannheim: Was Dich hier erwartet


Logis in Mannheim – hier geht’s entlang ! IS in Mannheim – hier geht’s lang!


Kunst – bitte schön !

In der Kunsthalle Mannheim trifft Jugendstil auf moderne Architektur

Planquadrat für Planquadrat erstand Mannheim im 17. Jahrhundert, im Sandwich zwischen Rhein und Neckar gelegen, zu einer Planstadt im Schachbrettmuster. Mittendrin der Hauptbahnhof. Von hier ist es ein Katzensprung zum Friedrichsplatz und zu unserem Ziel, der Kunsthalle Mannheim – in ihrem Ursprung ein Geschenk an die Stadt zu deren 300-jährigen Jubiläum. Hermann Billing aus Karlsruhe schuf das Juwel im Jugendstil 1907 und erregte einiges Aufsehen.


Der mitgedachte Erweiterungsbau läßt lange auf sich warten. Der Erste Weltkrieg durchkreuzt frühe Baupläne. Erst 110 Jahre später ist es so weit: 2017 setzt das Hamburger Büro gmp (von Gerkan Mark und Partner) den neuen nach seinem Stifterpaar benannten Hector-Komplex in das Herz der Mannheimer Innenstadt. Dorthin wo die Planquadrate aufhören und die Straßen wieder einen Namen haben und wo der Wasserturm, das Wahrzeichen der Stadt, sein wachsames Auge auf den gigantischen Nachbarn richtet, der seinen Horizont so eindrucksvoll erweitert.


Blick auf den Neubau der Kunsthalle Mannheim
Die Kunsthalle Mannheim von gmp-Architekten © HG Esch
Der Blick aus der modernen Kunsthalle ist vergittert
Hinter Gittern: Blick aus der Kunsthalle Mannheim © Felicitas Wlodyga

5.700 Quadratmeter ein architektonisches Statement für moderne Kunst

Mit dem Hector-Bau verbindet sich mitten in der badischen Metropole ein architektonisches Statement: Am zentralen Friedrichsplatz hat das von Hamburg weltweit agierende Büro gmp das imposante Gegenstück zu Hermann Billings Bau als „Stadt in der Stadt“ verwirklicht. Eine Mega-Kunsthalle lockt in die BUGA-Stadt von 2023.


Auf 5.700 Quadratmeter ist die Kunsthalle Mannheim angewachsen, ein ideales Terrain für Sonderausstellungen und die erstklassige Kunstsammlung. Um den größten Kunst-Neubau in Deutschland ranken sich imposante Zahlen: 13.000 Kubikmeter Beton und über 2.000 Tonnen Baustahl stecken in der Bausubstanz. Mit 700 Quadratmetern punktet ein glasüberspanntes Atrium als größter Ausstellungsraum.


Altbau und Neubau. Kunst und Architektur: Gegensätze ziehen sich an

Die beiden Quartiergeber für die Kunst, der Billing-Altbau und der gmp-Neubau, stehen sich frontal gegenüber. Sie könnten kaum unterschiedlicher sein; ihre Architekturen prallen aufeinander. Manchen stört, was sich am Friedrichsplatz architektonisch verändert hat, gilt er doch als schönster Platz Mannheims, mit seinem Gartenensemble, wo sich Jugendstil-Ornamentik mit barocken Elementen mischt.


Die neue Architektur zeigt sich mit bereits mit ihrem das Gebäude umspannenden Metallgehäuse eigenwillig. „Kunst hinter Gittern“, spotten Kritiker über den bronzefarbenen Vorhang. Du möchtest mehr darüber wissen, welche Wirkung die gmp-Architekten mit ihrer Kunsthalle erzielen wollten, wie der Altbau sie inspirierte und warum ihr Bau ebenso modern wie zeitlos wirkt? Der Kunsthistoriker und azurgold-Gastautor Jan Maruhn weiß Antwort.


Blick auf die alte Kunsthalle Mannheim
Blick auf die alte Kunsthalle von 1907 © HG Esch

Parallele zu Billings Kunsthalle in Baden-Baden

Eine ähnliche Erfahrung wie die Mannheimer Kunsthalle hatte die Staatliche Kunsthalle in Baden-Baden, ebenfalls von Hermann Billing erbaut, bereits 2004 gemacht. Auch sie erhielt mit dem Museum Frieder Burda moderne Architektur hier des amerikanischen Stararchitekten Richard Meier an ihre Seite (siehe dazu meinen Beitrag „Das Museum Frieder Burda – Moderne Architektur und Kunst in Baden-Baden“).


Hot Spot der deutschen und europäischen Museumsszene

Von Beginn an verschafft sich die Kunsthalle Mannheim durch moderne Sammlungskonzepte eine Vorreiterrolle in der deutschen Museumsszene. Die Verantwortlichen verfolgen schon früh, von außerordentlichem bürgerlichen Engagement begleitet, unter dem Motto „Kunst für alle“ einen innovativen Bildungsansatz. Längst ist dieser Museumsort über Deutschland hinaus zum bedeutenden Hot Spot klassischer Moderne und zeitgenössischer Kunst geworden.


Klassische Moderne, zeitgenössische Kunst und eine glanzvolle Skulpturensammlung

Die Bestände der Kunsthalle vereinen Meisterwerke der Malerei von Max Beckmann bis Francis Bacon, eine glanzvolle Skulpturensammlung und Installationen von Alicja Kwade, Rebecca Horn, William Kentridge, Joseph Kosuth und James Turrell unter ihren beiden Dächern. In Mannheim ließen sich Tage mit Entdeckungsreisen durch die faszinierende Welt moderner Kunst verbringen.


Die Neue Sachlichkeit geht 1925 von Mannheim aus – das feiert die Kunsthalle 2025

1925 war es, als Direktor Gustav F. Hartlaub von Mannheim aus den Begriff der „Neuen Sachlichkeit“ in die Kunstwelt setzt und jene realistische Malerei nach Mannheim holt. Zur 100jährigen Wiederkehr dieser Geburtsstunde wird die Sonderschau „100 Jahre Neue Sachlichkeit. Ein Jubiläum“ ab November 2024 in Mannheim an diese Schlüsselrolle anknüpfen.


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Hotel Speicher7 Industriearchitektur drängelt sich vor Rheinromantik

Das hätte sich der Getreidespeicher in den klammen 1950er-Nachkriegsjahren sicher nicht träumen lassen: dass er 70 Jahre später als stylishes Hotel Gästen den Blick auf den Rhein öffnen würde. Und was für einen! Von den Zimmerterrassen führt der Blick geradewegs auf die andere Rheinseite, nach Ludwigshafen.

Das Speicher7 Hotel: innen und außen ein Schmuckstück, auf der anderen Rheinseite liegt Ludwigshafen

© Felicitas Wlodyga, Speicher7 Hotel (1,2,6)


Behäbig schieben Container ihre Lasten über den Strom. Ausflugsdampfer lassen sich hin und wieder blicken. Nach Rheinromantik schauen die Passagiere vergeblich. Doch ein Landgang würde lohnen: 20 großzügige Zimmer, individuell mit ausgesuchten Vintage-Möbeln ausgestattet, warten im ehemaligen Speicher. Speicher7 ist weit und breit das einzige Hotel.


In 20 Minuten vom Bahnhof zu Fuß im Hotel

Ein wenig abgelegen, aber nah genug, um auch in 20 Fußminuten vom Hauptbahnhof – vorbei an der Universität im Schloss – gut erreichbar zu sein. Wer von der Landseite kommt, wird mit dem Anblick eines Murals belohnt. Es überzieht die Speicher-Rückwand haushoch.


Entspannt und cool: Vom Yogaraum bis zum Barbesuch

Mehrmals täglich kommen Yoga-Fans in Kursen auf ihre Kosten, anschließender Saunagang, auch möglich. Abends lockt die hauseigene Bar auf einen Drink und ein paar Tapas. Die Speicher7-Bar ist mit ihrer coolen und dennoch behaglichen Clubatmosphäre längst ein Szene-Treff der Stadt. Ach – und arbeiten, geht auch: Es gibt Seminarräume.


Wenn Zeit bleibt, unbedingt eine Runde mit dem Leihfahrrad (kostenlos, fährt sich super!) einlegen – und schon weht Dir der rauhe Charme des Rhein-Neckar-Hafens um die Nase. Das hat was! Absolut empfehlenswerte Location für Menschen mit Sinn für ungewöhnliche Unterkünfte.

Welcome to Mannheim-Schild nahe dem Speicher7 Hotel
Rauer Charme: Mannheim © Felicitas Wlodyga

Ausstellungs-Infos

Kunsthalle Mannheim: Informationen mit Übersicht zu aktuellen Ausstellungen


Ausblick: Sonderausstellungen 2023/24 in der Kunsthalle Mannheim

10.11.2023 bis 11.2.2024

Die Herbstausstellung 2023 ist den Künstlerinnen Anneliese Hager, Nan Hoover und Maria Lassnig gewidmet. Sie äußern sich experimentierfreudig und innovativ in unterschiedlichen Medien, setzen sich alle drei früh mit dem Surrealismus auseinander und kommen dadurch zu einer jeweils eigenen individuellen Bildsprache.


22.11.2024 bis 9.3.2025

Hundert Jahre später widmet die Kunsthalle Mannheim dem Phänomen „Neue Sachlichkeit“ eine große Ausstellung. Sie würdigt die damalige Leistung für die Kunstrichtung, hinterfragt sie und ergänzt, vor allem um das Schaffen von Künstlerinnen, war doch in der Ausstellung von 1925 keine einzige Frau vertreten.


Lust auf mehr Kultur? Länger bleiben: Mannheim setzt auf kulturelle Vielfalt!


Hotel-Infos - Speicher 7

Eine einladende Website zu Speicher7 Hotel & Bar, eine Übersicht über Zimmer und Preise, und Anmerkungen zur Philosophie des Hauses und nicht zuletzt der Yoga-Kursplan machen Lust auf eine ungewöhnliche Hotelentdeckung.


Tipp: auf Angebote achten, die Preise variieren stark; Zimmer zur Landseite sind günstiger.


BUGA 23

Ein Highlight:, das von der BUGA 23 geblieben ist: eine zwei Kilometer lange Seilbahn, die beide Flussufer des Neckars in acht Minuten Fahrzeit miteinander verbindet.


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